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Über einen Hund
 
Wenn er allein lebte
wäre er sehr unglücklich.
Niemand wäre da,
dem er die Pfote auflegen könnte
beim Kosen und Spielen.
Wen sollte er behüten
oder nach wem schauen.
 
Das Alleinsein 
ist nichts für ihn.
Aber er liebt auch nicht
die Menge, die Masse,
das Unüberschaubare.
 
Stolz und adelig 
zeigt er sich dem,
der es verdient, 
so behandelt zu werden.
 
Temperamentvoll
wird jeder Spielkamerad gefordert
zu zeigen was er kann.
Listig, mit einer gehörigen
Portion Schalk im Nacken
versucht er sich durchzusetzen.
 
Privilegien bedeuten ihm viel;
je schwieriger zu erreichen.
desto besser.
 
Gelehrig 
ist er allemal, 
für den, der ihn gut behandelt, 
gibt er sich noch mehr Mühe.
 
Gutmütig
erträgt er auch Ungerechtigkeiten
und Unverständliches.
Schwermütig
hört sich sein Stöhnen an,
wenn er sich zur Ruhe begibt.
 
Übermütig
ist er bis ins hohe Alter.
 
Wankelmütig
hat man ihn noch nicht erlebt.
 
Ein Bearded Collie
ist eben
ein Bearded Collie.
 
Wohl denen,
die seine Rasse
und sein Temperament
erhalten.
 

Rolf Blessing 1980 (veröffentlicht in div. Fachzeitschriften)

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