>> Report - 11 <<

zurück

Salome und Turandot – eine Satire  

Spätestens seit Alice Schwartzer sind die Zeiten des Patriarchats vorbei. Die Emanzipation der Frau ist abgeschlossen und auf allen gesellschaftlichen Ebenen, bis hin zur Kanzlerschaft, haben die Frauen die Kommandos übernommen.  

Die Männer haben es heute schwer.  

Aber auch in der Vergangenheit gingen die Frauen mit den Männern nicht zimperlich um. Es gibt meines Wissens nach sogar zwei Opern in denen Männer auf Wunsch/Befehl von Frauen geköpft werden:  

Salome von Richard Strauss und Turandot von Giacomo Puccini.  

Ob als Ursache ein erotischer Schleiertanz oder nicht gelöste Rätsel herhalten müssen, es fließt auf jeden Fall kostbares männliches Blut.  

Mir sind in der Beardie-Szene zwar keine vergleichbaren Fälle bekannt, aber es fällt auch hier auf, dass die Beardies eher Frauensache geworden sind; die weitaus überwiegende Zahl der Aussteller ist weiblichen Geschlechts.

Das war eigentlich nicht immer so; ich erinnere mich an viele Ausstellungen im In- und Ausland, wo in der sog. CACIB-Klasse ausschließlich Männer vertreten waren !!  

Möglicherweise hat es heute etwas damit zu tun, dass die Präsentation des Beardies immer „kämm- und bürstintensiver“ geworden ist, anders als z. B. beim Schapendoes oder Pon.  

Die jenigen, die lange dabei sind, fügen sich in diese „Notwendigkeit“, aber bei relativ neu hinzugekommenen Ausstellern sieht es anders aus.  

Hunde Kämmen und Bürsten? Richtige Männer machen so was nicht. Und wozu auch ?  

Das gilt für das Auftoupieren des Schädels wie für das Trimmen der Haare an den Ohren, am Bart, am Hals, an den Pfoten und an der ganzen unteren Linie. Das Schönheitsideal mag mal schwanken, aber überfrisierte Schoßhündchen sind nichts für die Männerwelt. Und wenn dann in kleinen Ausstellungsringen die Bewertung unter Bedingungen erfolgt, die weder die Präsenz der läuferischen noch der substantiellen Vorzüge der Rasse „Bearded Collie“ fördern, muß man sich nicht wundern, wenn am Ende die Männlichkeit – sportlich fair, aber doch einiger Illusionen beraubt – nach wenigen gescheiterten Versuchen keinen besonderen Ehrgeiz mehr entwickelt, für diese Rasse „in die Bütt“ zu gehen. Schade !!  

Ob nun Mann oder Frau ausstellen, an dieser Stelle ist auch ein Blick auf den Beardie generell angebracht.

Sind wir mit der „Bürsterei“ denn auf dem richtigen Weg ?

Man möge mich nicht falsch verstehen: der Beardie soll bestimmt kein ungepflegter Zottel werden, aber es sei die Frage erlaubt, was denn die Zuschauer, die Familien und die Interessierten außerhalb des Rings wahrnehmen. Ich höre in letzter Zeit immer das Gleiche: die „Normalhunde-Interessenten“ finden die „Sonderaktionen“ bei Pudeln, American-Cocker, gewissen Terriern, Bobtails und mittlerweile Beardies einfach lächerlich !!...

und wenden sich lieber anderen Rassen zu !!  

Rolf Blessing - Oktober 2008  

 

zurück